Das Oktoberfestbier

Das Bier, welches beim Oktoberfest in den 14 Großen Zelten und den 21 Kleinen Zelten ausgeschenkt wird, ist Märzenbier. Das Märzenbier ist untergärig und kann bis zu 6 % Alkohol enthalten und ist somit dunkler und stärker als das traditionelle Bier. Wie der Name schon sagt, wurde es im März gebraut und weil man damals im Sommer noch nicht auf Kühlhäuser zurückgreifen konnte und um den Erhalt zu vereinfachen, enthält das Bier mehr Hopfen und Alkohol und kann deswegen auch erst im September oder Oktober genossen werden.

Das Oktoberfestbier und die 6 traditionellen Brauereien

oktoberfest-spatenDas Oktoberfest ist und wird immer typisch münchnerisch sein. Die Oktoberfestregelung sieht nämlich vor, dass es nur erlaubt ist Bier zu servieren, welches von Münchener Brauereien hergestellt wird. Diese Regelung sorgt dafür, dass das Oktoberfest auch in der Zukunft eine Münchener Veranstaltung bleiben soll. Desweiteren ist die Benennung „Oktoberfestbier®“ rechtlich geschützt. Inhaber dieser Benennung ist der Verein Münchener Brauereien.  Die sechs Biere, die diese Eigenschaften besitzen und also die Säulen des Oktoberfestes sind:  Augustiner-Bräu, Hacker-Pschorr-Bräu, Löwenbräu, Paulaner-Bräu, Spatenbräu, Staatliches Hofbräu-München. Alle aus München und von Bierhersteller, die das strenge Reinheitsgebot beachten.

Das „Reinheitsgebot”

ReinheitsgebotDank Ludwig V und Wilhelm IV, den beiden Söhnen von Albrecht IV dem Weisen, gibt es das Reinheitsgebot. 1485 wurde diese Norm nur für die Hauptstadt von Bayern, München, erlassen. Das Reinheitsgebot wurde am 23. April 1516 in Ingolstadt unterzeichnet und gab genau an, dass die Bierbrauereien von ganz Bayern streng verpflichtet waren nur folgende Zutaten zu verwenden: Gersten, Hopfen und Wasser.

Sofort fällt es auf, dass Hefe nicht hier genannt wird, was die vierte Zutat für die Bierherstellung ist.  Es muss in Betracht gezogen werden, dass im Jahre 1516 die Gärungsfähigkeiten der Hefe noch nicht bekannt waren; erst in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts entdeckte Louis Pasteur die Rolle der Mikroorganismen im Gärungsprozess. Die Braumeister sammelten den Bodensatz einer vorherigen Gärung und fügten es einer nächsten zu: Dieser Bodensatz enthielt normalerweise die notwendigen Mikroorganismen um den Gärungsprozess zu aktivieren. Falls kein Bodensatz zur Verfügung stand, wurden mehrere Kübel vorbereitet und üblicherweise bildete sich die Hefe „alleine“.

Hopfen wurde für die Haltbarkeit dem Bier hinzugefügt und im Reinheitsgebot zeigte es den Willen die vorherigen schlechten Haltbarkeitsmethoden  zu vermeiden. Die Braumeister im Mittelalter hatten viele problematische Zutaten für die Haltbarkeit verwendet, wie z.B. Steinbrand und Fliegenpilz. Sonst wurden mehr Kräuter wie Brennessel benutzt, die „verwandt“ mit dem Hopfen ist.

Im Reinheitsgebot wird auch der Bierpreis angegeben, 1-2 Pfennig pro Maß (und zwar eine bayerische Volumeneinheit gleich 1.069 Liter). Es beinhaltet auch Strafen für Bierhersteller, die dem Reinheitsgebot nicht entsprechen: Dem Bierbrauer, der andere Zutaten verwendet, kann man ohne jeglichen Schadenersatz die Fässer beschlagnahmen, bei welchen Zweifel bezüglich der Reinheit besteht.

Das Reinheitsgebot stellte den Gipfel einer langen Änderungen der Gesetze dar, die mehr als 200 Jahre andauerten. Es regelte und disziplinierte die Bierherstellung, damit keine schädlichen oder wesentlichen Zutaten für die notwendige Brotherstellung verwendet wurden. Außerdem setzte es den Bierpreis fest, um so der Bevölkerung ein grundlegendes Nahrungsmittel zu sichern. Im Laufe der Jahrhunderte wurde diese Norm von allen anderen Deutschen Länder angewendet. Später, im Jahre 1906, wurden diese auch im Deutschen Reich und deren Nachfolger bis zu unseren heutigen Tagen aufgenommen. Auch heute regelt das Deutsche Biergesetz die Bierproduktion in Deutschland und es beruht stark auf dem Reinheitsgebot, welches heute noch als Symbol der hohen Qualität und der Vollkommenheit gilt, auch wenn es von dem „Vorläufigen deutschen Biergesetz“ ersetzt worden ist, das einige verbotene Zutaten des Reinheitsgebot wie Weizenmalz oder Rohrzucker erlaubt, und als Malz wird alles künstlich zum Keimen gebrachte Getreide verstanden.

Kopie des original Reinheitsgebot

Wir verordnen, setzen und wollen mit dem Rat unserer Landwirtschaft, dass forthin überall im Fürstentum Bayern sowohl auf dem Lande wie auch in unseren Städten und Märkten, die keine besondere Ordnung dafür haben, von Michaeli bis Georgi eine Maß (1) oder ein Kopf (2) Bier für nicht mehr als einen Pfennig Münchener Währung und von Georgi bis Michaeli die Maß für nicht mehr als zwei Pfennig derselben Währung, der Kopf für nicht mehr als drei Heller (3) bei Androhung unten angeführter Strafe gegeben und ausgeschenkt werden soll. Wo aber einer nicht Märzen, sondern anderes Bier brauen oder sonst wie haben würde, soll er es keineswegs höher als um einen Pfennig die Maß ausschenken und verkaufen. Ganz besonders wollen wir, dass forthin allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gersten, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen. Wer diese unsere Androhung wissentlich übertritt und nicht einhält, dem soll von seiner Gerichtsobrigkeit zur Strafe dieses Fass Bier, so oft es vorkommt, unnachsichtlich weggenommen werden. Wo jedoch ein Gauwirt von einem Bierbräu in unseren Städten, Märkten oder auf dem Lande einen, zwei oder drei Eimer (4) Bier kauft und wieder ausschenkt an das gemeinsame Bauernvolk, soll ihm allein und sonst niemand erlaubt und unverboten sein, die Maß oder den Kopf Bier um einen Heller teurer als oben vorgeschrieben ist, zu geben und auszuschenken. Auch soll uns als Landesfürsten vorbehalten sein, für den Fall, dass aus Mangel und Verteuerung des Getreides starke Beschwernis entstünde (nachdem die Jahrgänge auch die Gegend und die Reifezeiten in unserem Land verschieden sind), zum allgemeinen Nutzen Einschränkungen zu verordnen, wie solches am Schluss über den Führkauf ausführlich ausgedrückt und gesetzt ist.

(1) bayerische Maß= 1,069 L
(2) halbkugelförmiges Geschirr für Flüssigkeiten; nicht ganz eine Maß
(3) gewöhnlich ein halber Pfennig

Stadtführung durch München

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